Die systemische Ordnung sorgt für die hierarchische und funktionelle Struktur in einem System. Sie ist die Grundlage für dessen optimale Funktionsfähigkeit.
Unser Platz in unserem Familiensystem wird bestimmt durch den Zeitpunkt der Geburt. Er legt fest, zu welcher Generation wir gehören und ob wir in der Geschwisterreihe das erste, zweite oder xte Kind sind. Somit wird eine „natürliche“ Ordnung im Familiensystem hergestellt, in der die einen früher da waren und andere später kommen.
Systemisch gesehen entspricht diese natürliche Ordnung einer familiären Rangfolge. Wer früher da war hat Vorrang vor denen, die zeitlich später kommen. Aus dieser familiären Rangfolge ergibt sich die Beziehungsstruktur der Familie und die Verteilung der Zuständigkeiten. Die Paarbeziehung kommt vor der Beziehung der Eltern zu ihren Kindern. Eltern sind die „Großen“ und übernehmen die ihnen gemäßen Aufgaben. Kinder sind einfach Kinder, und ältere Geschwister haben andere rechte und Pflichten als jüngere. So weiß jeder in der Familie, wo sein Platz ist und das gibt ihm Sicherheit.
Manchmal werden aber Kinder in die Belange und Zuständigkeit ihrer Eltern verwickelt. Da spielen sie die Rolle eines kleinen Schlichters, Vermittlers oder Trösters, oder versuchen sie gar der Mutter den Mann oder dem Vater die Frau zu ersetzen, etc. Das alles deutet auf Störungen in der systemische Ordnung hin. Kinder können nicht mehr einfach nur Kinder sein und sind mit der Situation auch hoffnungslos überfordert. Dies kann auch bis in das Erwachsenenalter mit negativen Auswirkungen (z.B. Beziehungsunfähigkeit, etc.) anhalten.
Die Lösung in Familienaufstellungen besteht darin, die Zuständigkeiten zu klären, Übernommenes an die Eltern zurückzugeben und die familiäre Rangfolge wieder herzustellen.
Auch in diversen Organisationssystemen funktioniert die systemische Ordnung auf ähnliche Weise, ergänzt durch die funktionellen Hierarchien. Mittels Organisationsaufstellungen können Störungen der systemischen Ordnung in Organisationen untersucht und gelöst werden.