In systemischen Aufstellungen werden statt realen Systemmitgliedern fremde Menschen aufgestellt, die mit dem betreffenden System nichts zu tun haben.
In ihrer Funktion als Stellvertreter nehmen diese Menschen in Aufstellungen Körperempfindungen und Gefühle wahr, die zu der Person oder Rolle gehören, die sie vertreten. Ihnen ist kalt, heiß, sie empfinden Beklemmungen oder registrieren Spannungen, fühlen sich bedroht oder übermächtig, sind wütend, fröhlich, bedrückt oder ängstlich.
So geben die Stellvertreter durch ihre Reaktionen, ihren Gesichtsausdruck, ihre Körpersprache und ihre Aussagen in Systemaufstellungen wichtige Hinweise zu den Beziehungen im jeweiligen System, zu Störungen und möglichen Lösungen.
Stellvertreter handeln völlig unvoreingenommen. Da sie mit dem System nichts zu tun haben, sind sie weder in dessen typische Muster eingebunden, noch haben sie ein Interesse an den Erhalt oder an einer bestimmten Lösung. Stellvertreter zeigen sowohl die Problemenergie als auch die Lösungsenergie im System. Dies gilt in Familienaufstellungen und Organisationsaufstellungen gleichermaßen.