Die unbewussten Ausgleichskräfte, die in Systemen wirken, sind unwiderstehlich. So zeigen systemische Aufstellungen immer wieder, dass z. B. nicht gewürdigte oder ausgegrenzte Personen sowie Schicksale, Schuld oder „vergessene“ Tote im Familiensystem weiterwirken. Auch in berufliche Systeme werden diese Faktoren häufig hineingetragen und führen dort zu weitreichenden negativen Auswirkungen.
Oft wiederholt ein Nachkomme der nächsten oder übernächsten Generation diese Schicksale und identifiziert sich mit dem, zu dem dieses Schicksal gehört. Unbewußt verhält er sich wie sein Ahne und versagt sich z. B. Lebensfreude, Gesundheit, beruflichen Erfolg oder eine glückliche Partnerschaft. Im Hintergrund scheint es also eine Art Schattenwesen zu geben, dass in manchen Situationen Verhalten und Gefühle bestimmt.
Identifizierungen lassen sich in Familienaufstellungen bzw. Organisationsaufstellungen dadurch lösen, dass ihre systemische Ursache berichtigt wird. Ausgeklammerte und Vergessene erhalten ihren rechtmäßigen Platz in der Familie oder in der Organisation zurück, Übernommenes wird zurückgegeben und Zuständigkeiten werden geklärt. Dadurch wird der Identifizierte frei, sein eigenes Leben zu führen.