Frühere Partner, sei es in unserer Generation, der unserer Eltern oder noch früher, können für unser Familiensystem bedeutsam sein, selbst wenn sie faktisch keine Rolle mehr spielen.
Der Grund dafür liegt darin, das frühere Partner einen Anteil daran haben, dass es unser System, oder sogar uns, überhaupt gibt. Das deshalb, weil neue Partner und die daraus hervorgehenden Kinder nur durch das Zurücktreten der früheren Partner möglich wurde. Dafür haben frühere Partner Anspruch auf Würdigung und Achtung – unabhängig davon, ob die Partner freiwillig oder unfreiwillig gingen.
Werden sie statt dessen ausgegrenzt, verachtet oder verleugnet, kann das System in eine systemische Schieflage geraten. Manchmal stellt dann ein Kind den notwendigen Ausgleich her, indem es den früheren Partner mit all seinen Gefühlen und dem Unrecht, das ihm geschah, noch einmal im System vertritt. Es identifiziert sich mit ihm.
Systemisch gesehen sind spätere Partner den früheren und deren Kindern „nachgeordnet“, entsprechend der zeitlichen Abfolge. Damit soll nur zum Ausdruck gebracht werden, dass es früher eine oder mehrere bedeutende Bindungen gab, die anerkannt und gewürdigt werden müssen. Vor allem in Patchworkfamilien spielen diesbezüglich frühere (Ehe)Partner eine besondere Rolle.
Familienaufstellungen stellen eine gestörte Rangfolge wieder her und führen zu Lösungen für sich daraus ergebende Konflikte.