Geben und Nehmen entspricht einem grundlegenden Bedürfnis.
Wir machen uns Geschenke, erweisen uns Gefälligkeiten und geben Zeichen für unsere gegenseitige Achtung, Sympathie oder Zuneigung. So entwickeln und festigen wir Beziehungen. Die Voraussetzung ist, dass Geben und Nehmen im Ausgleich sind; dass der, der genommen hat, etwa soviel zurück gibt, wie er bekam. Das gilt im Guten sowie im Schlechten, wobei im Guten ein wenig mehr und im Schlechten ein bisschen weniger zurückgegeben wird. Wird das befolgt, kommt ein System in Ordnung.
Bei Paarbeziehungen ist ein guter Ausgleich von Geben und Nehmen besonders wichtig, denn nur so kann eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Beide Partner bleiben im Gleichgewicht und in der Beziehung gleichberechtigt. Gerät diese Gleichberechtigung in eine Schieflage, verwandelt sich das Verhältnis in eine „Schuldner-Gönner“ Beziehung. Wird diese Schieflage so groß, dass ein Ausgleich nicht mehr möglich ist, bleibt für den benachteiligten Partner oft nur die Möglichkeit, zu gehen.
Systemische Aufstellungen zeigen, ob einem System der Ausgleich gegeben ist und wie er ggf. wieder hergestellt werden kann.