Stress und Burnout sind immer häufiger auftretende Symptome unserer Zeit, die nur allzu oft verharmlost werden. Negativer Stress wird durch psychosoziale Stressfaktoren ausgelöst. Bei einer dauerhafter Belastung neben Übermüdungs- und Erschöpfungszuständen führt Stress auch zu gesundheitlichen Schäden, die meist unterschätzt werden. Vom Stress zum Burnout ist es meist nicht mehr weit. Dieses äußert sich in einem arbeitsbedingten anhaltenden Erschöpfungszustand. Zuerst betrifft die Erschöpfung das Befinden, dann das Erleben. Später beeinflusst sie auch Einstellungen, Haltungen und Handlungen. Zuletzt verliert der Mensch Gefühl und Beziehung zu sich selbst, bis er in einer völligen Burnout-Erschöpfung zusammenbricht.
Vordergründig werden Stress und Burnout häufig mit den finanziellen Anforderungen, den Ansprüchen und der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit begründet. Systemisch betrachtet liegt hinter Stress und Burnout aber oftmals ein zwanghafter Eifer nach Karriere, Einfluss und sozialer Akzeptanz. Nicht selten handelt es sich dabei um eine unbewusste Pflichterfüllung gegenüber einer anderen Person aus dem Familiensystem. Z. B., um es dieser Person Recht zu machen, um ihr zu „entsprechen“ oder um von ihr gesehen zu werden. Diese Lebenshaltung drückt sich dann in einer Verkennung der existenziellen Wirklichkeit aus. Der Wert des eigenen Lebens wird missachtet und nur als Mittel zum Zweck gesehen - folglich dann auch die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und das Gespür für das Richtige. Auf diese Art schließt sich ein gefährlicher Teufelskreis.